Prioritäten

Piraterie am Horn von Afrika ist ja grad mal wieder groß in den Medien. Also schreien alle dass endlich was passieren muss – und was les ich da?
Bundestag soll Anti-Piraten-Mission im Eilverfahren beschließen

Von mir aus – ist ja eigentlich ne gute Sachen wenn dort für Ordnung gesorgt wird. Aber im Sommer habe ich Roméo Dallaire’s Shake Hands with the Devil gelesen. Und dass der imho überfällige Aufruf von Horst Köhler gestern endlich im Kongo für Frieden zu sorgen praktisch von niemand wahrgenommen wird macht mich wütend und lähmt mich zugleich. Aber so sind die Prioritäten nunmal. Ein paar zehntausend Menschenleben sind in einem Wirtschaftlich uninteressanten Staat garnichts wert. Scheiß Welt.

4 Gedanken zu „Prioritäten“

  1. Das ganze ist noch deutlich krasser! Das Propagandablatt Spiegel berichtet naemlich praktisch ueberhaupt nicht ueber den Kongo. Wenn man dann noch http://www.zeit.de/online/2008/47/kongo in Betracht zieht, wird ploetzlich klar warum dem wohl so ist.
    Das Auftreten Deutschlands ist einfach absolut gewissenlos.

    Desweiteren ist der Ostkongo uebrigens reich an Rohstoffen, es interessiert sich nur momentan keiner dafuer.

    Rolf

  2. Dass es im Kongo doch Rohstoffe gibt hab ich mir heute mittag auch noch in der WP angelesen nachdem ich auf Zeit.de über den von dir jetzt angesprochenen Artikel gestolpert bin… Aber Piraten sind hald einfach Medienwirksamer als sterbende Afrikaner – die gibts leider oft genug als das es noch aufsehen erregt…

    Gibt es eigentlich außer Köhler überhaupt noch einen Politiker der sich zum Kongo bzw zu nem Bundeswehreinsetz äusern? Hab sonst noch nichts mitbekommen…

  3. Natürlich geht es um Geld! Gestern wurden 3400 neue Blauhelm-Soldaten von der UNO genehmigt. Die meisten kommen aus den afrikanischen Staat und beteiligen sich am Völkermord. Aber das wird auch gerne verschwiegen! Die Probleme in Kongo liegen schon in der Kolonialzeit von Belgien. 1902 wurde der belgische König vom Parlament abgesetzt, weil er 2 Millionen Menschen hat umbringen lassen, damit er mehr an den Rohstoffe verdient. Die Verrohung des Landes ist schon seit über 100 Jahre gang und gäbe!

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